Systemisches Coaching

Systemisches Coaching basiert auf einer systemischen Haltung[1]: Zentrale Methoden eines systemischen Coachings sind reflexive und zirkuläre Fragen, Reframing[2] und Impulse durch das Einbringen einer Metaperspektive, die zum Erkenntnisgewinn des Coachees führen und so neue Verhaltensweisen und Einstellungen ermöglichen.

Die Wirkung von Coaching kann wie folgt zusammengefasst werden: es entsteht eine andere Sichtweise auf problematisch erlebte Situationen, Perspektivenübernahme hinsichtlich Vorgesetzten und Mitarbeitenden wird ermöglicht, neue Verhaltensspielräume tun sich auf und erweitern den bisherigen Führungsstil. Hierdurch erhöht sich die Anzahl der verfügbaren Lösungsoptionen, mehr und mehr wird gesunde Führung durch die entsprechende Gestaltung von Interaktionen und eine Erweiterung des Führungsspektrum zu situativ angepassten Führungsstilen ermöglicht. Die sprichwörtliche Navigation im Dilemma[3], die insbesondere Führungskräfte des mittleren Management aufgrund ihrer Sandwichposition spüren, wird einfacher, Entscheidungen werden möglich.

Systemisches Coaching ist nicht zu verwechseln mit einem Führungskräftetraining (Vermittlung von Wissen und Methoden) oder Mentoring (Schärfung des Rollenverständnis durch Gespräche mit erfahreneren Führungskräften). Als Beraterin auf Augenhöhe erteile ich keine Ratschläge, sondern gebe Hinweise und Impulse, die vom Coachee aufgegriffen werden können, wenn sie sinnvoll und nützlich erscheinen. Für dieses Vorgehen sind Empathie und das fachliche, methodische Wissen zur Gestaltung eines solchen Prozesses notwendige Voraussetzungen.

Erfahrungsgemäß werden Führungskräftecoachings zusätzlich – begleitend für Maßnahmen wie bspw. eine Teamentwicklung – beauftragt. Auch zur Unterstützung von Veränderungen der Arbeitsorganisation können Coachings eingesetzt werden, da Führungskräfte im Bereich des betrieblichen Change-Managements eine zentrale Schlüsselrolle einnehmen. Kernzielgruppe für mein Coachingangebot sind daher Führungskräfte, die sich und ihre Führungskompetenzen weiterentwickeln wollen. Dabei finden bei Bedarf auch private Themen einen Raum.

Nach einem kostenfreien Erstgespräch (Dauer ca. 20 Minuten), bei dem Anliegen und Auftrag besprochen und Fragen geklärt werden, erfolgen die Coachings in einem 1:1 Austausch – digital oder analog – in einem vertraulichen Rahmen. Zu Beginn eines Coachings findet jeweils eine Auftragsklärung statt. Ein Coachinggespräch dauert zwischen 60 und 90 Minuten und erfolgt meist, abhängig von Auftrag, Ziel und Bedarf, zwischen drei- und neunmal in einem Abstand von zwei bis sechs Wochen. Die Passung zwischen Coach und Coachee ist für einen erfolgreichen Prozess entscheidend. Ein Coaching kann auf Wunsch jederzeit abgebrochen werden.


Führungsteam

Führungsteams sind häufig mit den gleichen Herausforderungen konfrontiert, wie Teams von Mitarbeiter*innen, jedoch birgt mangelnde Kooperation im Führungsteam ein wesentlich höheres Risiko, da die Erreichung von Unternehmenszielen gefährdet ist. Meist wird über die Zusammenarbeit im Führungskreis nicht explizit gesprochen und das macht es schwerer, eine konstruktive Zusammenarbeit zu ermöglichen. Doch das kann man ändern.

Unternehmenserfolge können leichter erreicht werden, wenn Handlungen im Führungsteam auf das gemeinsame Ziel ausgerichtet sind. Doch gute Zusammenarbeit entsteht nicht immer von alleine. Im Gegenteil können manchmal versteckte Wirkmechanismen Wettbewerb anstatt Kooperation innerhalb eines Führungsteams fördern, beispielsweise durch die Incentivierung persönlicher Ziele, die nicht mit den Unternehmenszielen im Gleichklang sind. Ich unterstütze Sie gerne dabei, diese Mechanismen sichtbar zu machen und begleite Sie und das Führungsteam auf dem Weg zu einem High-Potential Team, um gemeinsame Leistung zu ermöglichen!

Hilfreich kann hierbei auch die Reflexion der eigenen Führung[4] sein: welche Art von Führung braucht ihr Unternehmen? Die Wissenschaft differenziert beispielsweise die transformationale Führung, bei der individuelle Ziele von Mitarbeitenden in übergeordnete Ziele transformiert werden, die transaktionale Führung, die nach dem Prinzip des Geben und Nehmen klare Regeln, Strukturen und Ziele setzt sowie die Laissez-Faire Führung, bei der Führungskräfte sehr wenig regulierend hinsichtlich des Arbeitsprozesses sind. Der letztgenannte wird gelegentlich verwechselt mit dem Ziel des Empowerments von Mitarbeitenden, wozu auch der Ansatz der Servant Leadership zählt.

In einem persönlichen Gespräch besprechen wir die Zusammenarbeit in Ihrem Führungsteam und ihr diesbezügliches Anliegen. Durch optionale initiale Einzelgespräche mit den Führungskräften wird der Austausch von Perspektiven ermöglicht. Im zweiten Schritt können dann gemeinsam in Workshops „blinde Flecken“ entdeckt und bearbeitet und somit der Weg zur kooperativen Zusammenarbeit definiert werden. Damit Sie gemeinsam an einem Strang ziehen!


[1] Mehr zum systemischen Coaching siehe bspw. Lehrbuch der systemischen Therapie und Beratung I und II von Arist von Schlippe und Jochen Schweitzer oder Beratung ohne Ratschlag von Sonja Radatz

[2] Reframing bedeutet, bestehende Sachverhalte unter neuen Perspektiven zu betrachten, also bspw. einem Sachverhalt, der bisher als negativ betrachtet wurde, etwas Gutes abzugewinnen.

[3] Wege aus berufliche ZwickmühlenNavigieren im Dilemma von Julika Zwack & Ulrike Bossmann

[4] https://de.wikipedia.org/wiki/Führungsstil